Mobilität auf dem Land Carsharing im Wendland - Digitales Bürgernetz

Mobil auf dem Land per App: Carsharing im Wendland

#Mobilität 20. Oktober 2021

Carsharing Wendland funktioniert mit einer eigenen App, Bild: (c)Mobilitätsagentur Wendland.Elbe

„Wir haben im Landkreis ein Problem mit Mobilität“, sagt Mareike Harlfinger-Düpow im Video auf Website des Vereins Carsharing im Wendland e.V. „Die meisten haben mindestens zwei Autos auf dem Hof herumstehen“. Harlfinger-Düpow gehört zu der Gruppe von Menschen, die im Januar 2019 begann, in Lüchow-Dannenberg ein Carsharing-System aufzubauen, zum Anschub gefördert vom Bundesumweltministerium. „Unsere Frage war: Finden wir eine Alternative dafür, damit man vielleicht auch ein Fahrzeug abschaffen kann?“

Überlasserfahrzeuge und Ehrenamt

Sie fanden eine Alternative. Und das, obwohl die Erfahrungen bislang eher nicht so gut waren. Kai Otte war mal für das Carsharing-Programm der Deutschen Bahn verantwortlich. „In den ländlichen Regionen ist das Projekt der Bahn gescheitert“, erinnert er sich. Jetzt teilt er Autos im Wendland. „Hier haben wir ein anderes Modell“, erklärt Kai Otte. Carsharing im Wendland arbeitet mit dem sogenannten Überlasserfahrzeugen, also mit Fahrzeugen, die ohnehin schon da sind. Das spart die enormen Anschaffungskosten. Einwohnerinnen und Einwohner der Region, die Fahrzeuge besitzen, die wenig genutzt werden, stellen diese dem Carsharing zur Verfügung stellen. Der Verein kümmert sich um die Vermittlung und übernimmt anfallende Reparaturen. Gepflegt werden die Autos von den Überlassern selbst, ehrenamtlich. So trägt sich das Projekt.

“Wir überlegen gerade als Familie, nur noch Carsharing zu machen.”

Stefan Eilts

Weniger Autos stehen sinnlos rum

„Das kam wie gerufen“, erinnert sich Julie Wiehler im Video, die eines der Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Wie so viele Fahrzeuge im Wendland stand auch ihr Auto die meiste Zeit einfach nur rum. „Und im Weg“, lacht sie. Dass weniger Autos ungenutzt im Weg rumstehen und die, die da sind, von allen genutzt werden können, ist das Ziel der Initiative. „Ich als Nutzer habe den Riesenvorteil, dass das Auto nicht auf meiner Auffahrt steht – und das macht dem Umstieg unglaublich leicht“, berichtet Stefan Eilts, ebenfalls Mitglied im ehrenamtlichen Vorstand. „Wir überlegen gerade als Familie, auch das letzte Auto abzuschaffen und nur noch Carsharing zu machen.“

„Das kam wie gerufen“, erinnert sich Julie Wiehler im Video, die eines der Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Wie so viele Fahrzeuge im Wendland stand auch ihr Auto die meiste Zeit einfach nur rum. „Und im Weg“, lacht sie. Dass weniger Autos ungenutzt im Weg rumstehen und die, die da sind, von allen genutzt werden können, ist das Ziel der Initiative. „Ich als Nutzer habe den Riesenvorteil, dass das Auto nicht auf meiner Auffahrt steht - und das macht dem Umstieg unglaublich leicht“, berichtet Stefan Eilts, ebenfalls Mitglied im ehrenamtlichen Vorstand. „Wir überlegen gerade als Familie, auch das letzte Auto abzuschaffen und nur noch Carsharing zu machen.“

Für 5 Euro im Monat ist man dabei

Um am Carsharing teilzunehmen, muss man Mitglied im Verein werden. Das kostet eine Jahresgebühr von 60 Euro. Dann kann es losgehen: Auf einer Online-Buchungsplattform sind alle Fahrzeuge mit ihren Standorten und Verfügbarkeiten verzeichnet. Hier bucht man bequem und selbständig – rund um die Uhr. Bezahlt wird jeweils nur die tatsächliche Nutzung des Fahrzeugs, die sich aus der Tageszeit, Dauer und den Kilometern errechnet. Als Beispiele findet man in der Gebührenordnung auf der Website eine Einkaufsfahrt von 1,5 Stunden und 9 Kilometern mit 7,80 Euro, oder ein Tagesausflug mit dem Kleinbus in den Heidepark für 8 Personen mit 99,05 Euro. In diesen Preisen sind alle alle Kosten inbegriffen: Betrieb und Wartung ebenso wie der Kraftstoff. Denn zum Tanken nutzt man die Karte, die dafür im Fahrzeug bereit liegt – und nicht auf eigene Kosten. Wer es einmal ausprobieren möchte oder nur vorübergehend im Wendland ist, kann Gastmitglied werden. Dann fällt der Jahresbeitrag weg und man zahlt höhere Nutzungsgebühren.

App statt Schlüsselbund

Aber wie öffnet man ein online gebuchtes Auto, das einsam am Straßenrand steht? Ganz einfach mit einer App!  „Evemo“ heißt sie. Sobald man sich beim Verein angemeldet hat, bekommt man Link und Zugangsdaten. So lässt sich das Auto nach Buchung mit einem Smartphone öffnen – und am Ende auch wieder verschließen. Die App registriert auch die tatsächliche Nutzungsdauer. Abgerechnet und gezahlt wird jeweils am Monatsende. Dann kommt die Rechnung.

Und weil das so gut klappt, haben die innovationsfreudigen Wendländerinnen schon die nächste Idee in die Tat umgesetzt: Bikesharing. Aber dazu ein andermal – oder auf der Website www.carsharingimwendland.de – mehr.

Artikel Teilen