Künstliche Intelligenz hat längst Einzug in den Arbeitsmarkt gehalten – sowohl aufseiten der Unternehmen, die KI zur Bewertung von Kandidaten einsetzen, als auch bei Bewerberinnen und Bewerbern, die KI im Bewerbungsprozess um ihren Traumjob nutzen.
Besonders beliebt sind sogenannte KI-Bewerbungsschreiben, also Anschreiben, die mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt werden. Doch sollte man Bewerbungen wirklich mit KI schreiben? Wir erklären, worauf Sie achten sollten, und geben Tipps für die richtige Vorgehensweise.
Inhaltsverzeichnis
1. Kann man mit KI eine Bewerbung schreiben?
2. Darf man KI für Bewerbungen nutzen?
3. Die Vorteile und Nachteile einer KI-Bewerbung
4. Welche KI-Tools für Bewerbungen gibt es?
5. KI-Bewerbungsschreiben aufsetzen – Schritt für Schritt
6. KI beim Bewerbungsschreiben effektiv nutzen – Tipps
7. Fazit: KI für Bewerbungsschreiben zielführend nutzen
Ja, es ist grundsätzlich möglich, Bewerbungsschreiben mit KI zu erstellen. Viele der modernen KI-Tools sind darauf ausgelegt, strukturierte Texte zu verfassen, und eignen sich daher auch für das Erstellen von Bewerbungsunterlagen wie dem Anschreiben.
Für ein gutes Ergebnis benötigt die KI aber einige Informationen, wie etwa den persönlichen Werdegang, die Qualifikationen oder die Stellenausschreibung. Mithilfe dieser Informationen kann die KI dabei helfen, ein individuelles Bewerbungsanschreiben zu verfassen, passende Formulierungen zu finden und die eigene berufliche Kompetenz überzeugend darzustellen.
Ja, grundsätzlich ist die Nutzung von KI beim Bewerbungsschreiben erlaubt. Für viele Unternehmen und Personalverantwortliche gehören KI-Tools mittlerweile fest zum Bewerbungsprozess und sie rechnen auch damit, dass Bewerber solche Werkzeuge nutzen. Viele Kandidaten verwenden künstliche Intelligenz als Unterstützung für Textentwürfe, Formulierungen oder zum Korrigieren von Anschreiben.
Entscheiden Sie sich dazu, KI für Ihre Bewerbungsunterlagen zu nutzen, ist Folgendes wichtig:
Die schlussendliche Verantwortung für die Bewerbung liegt immer bei der bewerbenden Person. Die KI kann nicht für Falschangaben verantwortlich gemacht werden. Es liegt immer in der Hand des Kandidaten, alle Angaben noch mal zu prüfen und sicherzustellen, dass das Anschreiben wahrheitsgemäß ist.
Letztendlich ist in den meisten Fällen nicht entscheidend, ob ein Bewerbungsschreiben mit KI verfasst wurde oder nicht, sondern wie überzeugend, authentisch und passend die Bewerbung für die jeweilige Stellenausschreibung ist.
Beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen können Ihnen verschiedene KI-Tools behilflich sein, so etwa Tools für die allgemeine Texterstellung oder spezielle Bewerbungs- und Lebenslauf-Generatoren.
Allgemeine Text-Generatoren wie ChatGPT oder Gemini sind nicht speziell für Bewerbungen entwickelt worden, können aber sehr gut für das Formulieren von Texten genutzt werden. Solche Schreibassistenten bzw. Chatbots können Ihnen dabei helfen:
Hierbei handelt es sich um spezialisierte Tools für die Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Diese Softwarelösungen bieten oft:
Mit den meisten Tools können Sie sowohl Anschreiben als auch Lebensläufe mit KI erstellen, da beide Dokumente eng miteinander verzahnt sind. So lassen sich einheitliche Bewerbungen generieren, die sowohl inhaltlich, sprachlich als auch designtechnisch aufeinander abgestimmt sind.
Einige bekannte Bewerbungs- und Lebenslauf-Tools sind:
Hinweis: Einige der Tools bieten kostenlose Basisversionen, die aber nur grundlegende Funktionen umfassen. Oft benötigt man für erweiterte KI-Funktionen und den schlussendlichen Download der Dokumente in passenden Formaten wie PDF oder .DOCX die bezahlte Version. Bevor Sie sich für ein Tool entscheiden, sollten Sie Leistungsumfang und Kosten für die Premium-Versionen miteinander vergleichen.
Im Folgenden schauen wir uns genauer an, wie der Erstellungsprozess eines Bewerbungsschreibens mithilfe von KI im Idealfall aussehen sollte:
Zu Beginn des Prozesses sollten Sie die Stellenbeschreibung genau lesen und verstehen. Unternehmen benennen wichtige Kompetenzen und Qualifikationen, die für den Job relevant sind, häufig direkt in der Ausschreibung. Wer die Anzeige also genau analysiert, kann daraus Rückschlüsse für die eigene Bewerbung ziehen.
Auf folgende Punkte sollten Sie achten:
Tipp: Viele der spezialisierten Bewerbungstools bieten die Funktion, Stellenbeschreibungen mithilfe von KI zu analysieren und wichtige Informationen automatisch für Lebenslauf und Anschreiben weiterzuverarbeiten. Dabei schlägt die KI passende Formulierungen und Schlüsselbegriffe, die für die Bewerbung relevant sind, für die eigenen Unterlagen vor.
Im nächsten Schritt geht es darum, alle für das Bewerbungsschreiben relevanten Berufserfahrungen, Qualifikationen, Praxisbeispiele und beruflichen Erfolge zusammenzutragen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die ausgewählten Erfahrungen zur angestrebten Stelle passen.
Wenn Sie bereits einen Lebenslauf mit allen wichtigen Informationen zu Ihrem Berufsleben und Ihren Fähigkeiten zusammengestellt haben, können Sie diesen sehr gut als Input für die KI nutzen. Die künstliche Intelligenz liest den Lebenslauf aus und kann relevante Punkte für das Anschreiben automatisch weiterverwerten.
Dieser Punkt ist nur wichtig, wenn Sie KI-Schreibassistenten oder allgemeine Chatbots zur Erstellung Ihres Bewerbungsschreibens nutzen. Hier gilt es, einen guten Prompt, also Befehl für die KI, zu verfassen, um ihr genau zu sagen, welches Ergebnis gewünscht ist. Je besser der Prompt, desto besser das Ergebnis.
Spezialisierte Tools für die Bewerbung arbeiten meist mit einfachen Eingabemasken, in denen Sie relevante Informationen hinterlegen können. Da die KI bei diesen Tools bereits spezifiziert ist und weiß, was sie mit den Informationen tun muss, ist hier kein weiterer Eingabebefehl nötig. Sie füllen einfach alle Informationsfelder aus und die KI kümmert sich um den Rest.
Hier ein unverbindlicher Beispiel-Prompt für Tools wie ChatGPT oder Gemini:
„Erstelle ein individuelles Bewerbungsschreiben für die Position [Jobtitel] bei [Unternehmen]. Hier ist die Stellenanzeige: [Stellenanzeige einfügen]
Meine wichtigsten Qualifikationen: [Liste relevanter Berufserfahrungen, Skills, Erfolge etc.] // Alternativ: Entnimm wichtige Qualifikationen meinem Lebenslauf: [Anhang Lebenslauf]
Meine aktuelle Position: [Jobtitel + Unternehmen]
Warum mich die Stelle interessiert: [Motivation]
Das Anschreiben soll professionell, prägnant und maximal eine Seite lang sein. Bitte formuliere einen individuellen Bezug zum Unternehmen.“
Hat die KI alle wichtigen Informationen über Sie und die Stellenanzeige erhalten, erstellt sie einen ersten Textentwurf für die Bewerbung. Wichtig dabei ist, dass es sich hierbei wirklich nur um einen ersten Entwurf und kein verwertbares Anschreiben handelt. Der Rohentwurf ist lediglich ein Ausgangspunkt für weitere Anpassungen und Optimierungen und muss immer noch einmal überarbeitet werden.
Als Nächstes müssen Sie den Textentwurf prüfen und personalisieren. Hier geht es vor allem darum, wichtige Fakten abzugleichen und Falschinformationen vorzubeugen sowie dem Ganzen eine persönliche Note zu verleihen. Sie sollten persönliche Erfahrungen und konkrete Beispiele ergänzen, um dem Text mehr Individualität zu verleihen und ihn nahbarer zu machen. Generische Floskeln und Standardformulierungen der KI sollten Sie um persönliche Informationen ergänzen.
Bei der sprachlichen Überarbeitung geht es darum, Rechtschreib- und Grammatikfehler zu vermeiden, aber auch darum, den Text sprachlich zu kürzen und zu schärfen. Deshalb sollten Sie
Das Bewerbungsanschreiben muss strukturiert, kompakt und sprachlich klar sein. Schachtelsätze und blumige Umschreibungen sollten Sie vermeiden. Nutzen Sie stattdessen eindeutige und schnell erfassbare Informationen. Nur so können Personalverantwortliche oder ATS (Applicant Tracking Systeme) wichtige Daten schnell und präzise erfassen.
Bevor die Bewerbung verschickt wird, stehen ein letzter Faktencheck sowie die Schlusskorrektur an. Sie sollten alle wichtigen Informationen und Daten noch mal auf ihre Richtigkeit prüfen. Zudem ist es ratsam, das Anschreiben von einer dritten Person lektorieren zu lassen – etwa von Familie oder Freunden. Diese können Rückmeldung zur Verständlichkeit der Bewerbung sowie zu potenziellen Rechtschreib- oder Grammatikfehlern geben.

Um KI effektiv im Bewerbungsprozess und bei der Erstellung des Anschreibens nutzen zu können, haben wir hier noch einige praktische Tipps zusammengetragen:
Beim Verfassen des Anschreibens sollten Sie die KI vornehmlich als Hilfe bei Struktur und Formulierungen und zur Ideenfindung einsetzen. KI-Bewerbungsschreiben komplett unverändert weiterzuverwenden, ist nie eine gute Idee – zu oft wirken die Texte zu unpersönlich und generisch.
Stattdessen sollten Sie die KI-Texte immer als Entwurf und Hilfestellung ansehen. Sie bieten ein gutes Grundgerüst für weitere Optimierungen und sollten stets durch eigene Erfahrungen und Motivationen ergänzt werden.
Auch wenn konkrete Informationen mitgegeben werden, ist die KI nicht fehlerlos. Prüfen Sie wichtige Daten, Fakten, Zahlen und Informationen stets kritisch. Die KI kann Informationen missdeuten, Falschinformationen erzeugen oder Fakten übertrieben oder überzogen darstellen. Aus diesem Grund sollten Sie jeden KI-Text einem genauen Faktencheck unterziehen. Auch einzelne Formulierungen können teils fehlerhaft oder ungenau sein.
Daher müssen Sie auf Folgendes achten:
KI-Bewerbungsschreiben sollten immer um persönliche Erfahrungen, Projekte oder konkrete Erfolge ergänzt werden. Es gilt zu zeigen, warum genau diese Stelle für Sie interessant ist und warum genau Sie perfekt zu dieser Stelle passen.
Personalverantwortliche achten besonders auf die individuelle Motivation und den klaren Bezug zum Unternehmen. Ohne Individualität bleiben viele Anschreiben zu allgemein und zu unspezifisch – so, als könnten sie an jedes beliebige Unternehmen geschickt werden.
Viele Unternehmen nutzen sogenannte Applicant Tracking Systems (ATS). Diese filtern Bewerbungen automatisch nach passenden Keywords und Qualifikationen, bewerten diese entsprechend und sortieren die Bewerbungsschreiben der Relevanz nach vor. Daher ist es wichtig, Bewerbungsunterlagen für ATS zu optimieren:
KI kann den Bewerbungsprozess deutlich beschleunigen. Sie erleichtert den Einstieg in den Bewerbungsprozess, liefert Struktur und unterstützt bei Formulierungen für Lebenslauf und Anschreiben. Besonders für erste Entwürfe oder sprachliche Optimierungen beim Bewerbungsschreiben können KI-Tools eine große Hilfe sein.
Trotzdem ersetzt künstliche Intelligenz nicht die persönliche Note. Ein überzeugendes Anschreiben entsteht erst durch individuelle Erfahrungen, konkrete Beispiele und eine authentische Motivation. Deshalb sollten KI-Texte immer geprüft, angepasst und personalisiert werden. Wer KI als gezielte Unterstützung nutzt und nicht als Selbstläufer, kann ihre Vorteile effektiv für eine erfolgreiche Bewerbung einsetzen – egal, ob für die Ausbildungsstelle oder den nächsten Traumjob.
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