Computerspielsucht: Tipps für Eltern

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Immer häufiger verzweifeln Eltern an ihren Kindern. Der Grund: Die Kinder tauschen das Schulbuch allzu gerne gegen den Controller der PlayStation oder sitzen stundenlang am Computer. Ein Verbot und „Stecker raus“ bringt aber nichts.

Laut des Branchenverbandes Bitcom beschäftigen sich rund 30 Millionen Menschen ab 14 Jahre in Deutschland regelmäßig mit digitalen Spielen. Besorgniserregend: Nach einer DAK-Studie erfüllen 8,4% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 12 und 25 Jahren die Kriterien für eine Abhängigkeit. Bei den Frauen liegt dieser Wert bei 2,4%.

Die Folgen sind oft verheerend: Freunde werden vernachlässigt, die Schulnoten leiden und auch am Familienleben nehmen die betroffenen Personen immer seltener teil. Eltern beäugen die Veränderungen im Freizeitverhalten oft sehr kritisch – sogar zu kritisch: 85% der Erwachsenen glauben, dass ihre Kinder zu lange vor dem Computer sitzen. Der tatsächliche Anteil der Süchtigen liegt aber im einstelligen Prozentbereich.

Es gibt viele Gründe für die Sucht

Studien zeigen, dass vor allem Jugendliche zwischen 14 und 20 anfällig für eine Computerspielsucht sind. Die Gründe dafür sind vielfältig.  Oft kommen diese Kinder nicht mit ihrem Leben klar, meiden soziale Kontakte oder haben Probleme in der Schule. In ihrem Online-Spiel werden sie nicht mit ihren Ängsten konfrontiert und fühlen sich deshalb sicher. Hier bekommen sie die Anerkennung, die ihnen sonst im Leben fehlt.

Vernachlässigt ihr Kind seine Freunde, werden seine Noten schlechter oder bleibt der PC selten aus? Dann scheint ihr Kind ein Problem zu haben, über das sie dringend reden sollten.

Was können Eltern gegen die Sucht tun?

  1. Reden statt „Stecker raus“
    Eltern sollten zunächst mit ihrem Kind reden – über sein Verhalten, warum die Spiele ihn oder sie so faszinieren und was für Computerspiele es spielt.

  2. Zeitlimit festlegen
    Legen Sie gemeinsam mit ihrem Kind ein wöchentliches Zeitlimit fest, in dem es spielen darf. Ein Online-Spiel täglich „nur“ über 30 Minuten zu spielen macht wenig Sinn.

  3. Für Abwechslung sorgen
    Schaffen Sie Offline-Alternativen, um Ihr Kind vom PC zu locken und achten Sie darauf, dass ihr Kind Freizeitaktivitäten wie etwa das Fußballtraining nicht vernachlässig.

  4. Nachts das Internet ausschalten
    Sie befürchten, dass Ihr Kind sich nachts heimlich an den PC setzt und spielt? Dann gehen Sie „offline“. Über die Einstellungen Ihres Routers können Sie den Router über Nacht sperren.

Bei Ihrem Kind zeigen sich trotzdem keine Verbesserungen? Dann lassen Sie sich professionell beraten. Auf Computersucht.help gibt es eine Übersicht der wichtigsten Beratungsstellen. (http://www.computersucht.help/hilfe/beratung).

Quellen:
https://www.drogenbeauftragte.de/presse/pressekontakt-und-mitteilungen/2016/2016/jeder-12-junge-suechtig-nach-computerspielen.html
https://www.focus.de/familie/kinderspiele/medien/verbote-bringen-nichts-computersucht-unter-jugendlichen-nimmt-zu_id_1983985.html

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