Altersgerechtes Wohnen mit digitalen Assistenzsystemen - Digitales Bürgernetz

BeHome – Digitale Lösungen für altersgerechtes Wohnen

#zuHause 17. März 2022

Das Tablet und die digitale Plattform sind für ältere Menschen leicht zu bedienen. © Better@Home

In ländlichen Regionen gibt es häufig keine Arztpraxis, keinen Supermarkt und keine Apotheke mehr um die Ecke. Auch mit dem Bus sind diese Orte oft schwer zu erreichen. Deshalb ist es für ältere Menschen und für Menschen mit Handicap nicht leicht, den Alltag zu meistern. Auch einfache Handgriffe in der Wohnung werden immer schwerer. Hinzu kommt die Sorge, was passiert, wenn sie stürzen und niemand da ist, der nach ihnen schaut. Digitale Lösungen können diese Menschen dabei unterstützen, sich zuhause gut aufgehoben und sicher zu fühlen – etwa mit BeHome, ein Angebot für smartes Wohnen im Alter. „Das System ist preiswert, schnell zu installieren und leicht zu bedienen. Wir sorgen auch dafür, dass die Menschen damit gut umgehen können“, sagt Professor Arno Elmer. 2018 gründete er die Better@Home Service GmbH und brachte BeHome auf den Weg.

Portrait Arno Elmer
Professor Arno Elmer hatte die Idee zu BeHome. © Better@Home

„BeHome entlastet auch die Angehörigen. Die Tochter kann beruhigt zur Arbeit fahren, weil sie weiß: Meiner Mutter geht es zuhause gut. Und wenn nicht, werde ich sofort alarmiert.“

Professor Arno Elmer

Sensoren und Software als Alltagshelfer

Zum BeHome-System gehören ein Tablet, eine Basisstation mit Lautsprecher, Notrufknöpfe und Assistenzsysteme. Die Nutzerinnen und Nutzer haben einen Ansprechpartner oder einen Kümmerer, wie Arno Elmer es bezeichnet. „BeHome bietet alles aus einer Hand: Sensoren, Software und Service. Wir übernehmen die Beratung, die Installation und die Wartung. Und wir sitzen mit den Menschen auf dem Sofa oder können uns auf ihr Tablet draufschalten und ihnen erklären, wo sie klicken müssen, um Lebensmittel zu bestellen oder mit dem Enkel in Australien über Videotelefonie zu sprechen.“ Sensoren melden, wenn das Fenster offen steht, das Badewasser überläuft oder jemand mit einem Schwächeanfall am Boden liegt. Die Information geht zunächst an die Nutzerin oder den Nutzer von BeHome. Reagieren sie nicht darauf, wird eine SMS oder Sprachnachricht auf das Smartphone des Kindes, Nachbarn oder Freundes geschickt. „Das entlastet auch die Angehörigen. Die Tochter kann beruhigt zur Arbeit fahren, weil sie weiß: Meiner Mutter geht es zuhause gut. Und wenn nicht, werde ich sofort alarmiert“, erklärt Professor Elmer. Doch es gibt immer mehr ältere Menschen, die keine Angehörigen und Freunde mehr haben. BeHome kooperiert deshalb mit Selbsthilfegruppen, Wohlfahrtsverbänden oder Seniorenbeiräten vor Ort. Gemeinsam wird jemand gesucht, an den der Hilferuf weitergeleitet werden kann.

Digitale Plattform spart lange Wege

Auch für Schmerzpatientinnen und -patienten bietet das System viele Vorteile. Insbesondere auf dem Land. „Im brandenburgischen Templin arbeiten wir mit einer Rheumatologin zusammen. Einige ihrer Patientinnen und Patienten müssen einen Fahrtweg von 200 Kilometern auf sich nehmen, um dann eine halbe Stunde über Schmerztherapie zu sprechen. Viel einfacher ist das über eine Videosprechstunde“, erzählt Professor Elmer. Über eine digitale Plattform können Ärztinnen oder Therapeuten, Apotheken, Supermärkte, Sanitätshäuser oder Pflegedienste kontaktiert werden. Je nach Stadt und Region lässt sich das Angebot individuell anpassen und erweitern. In Gera arbeitet BeHome zum Beispiel mit der Caritas und dem Wohnungsunternehmen TAG zusammen. Die Mieterinnen und Mieter können das System ein Jahr lang kostenfrei testen; Ziel ist, sie länger in der Wohnung zu halten, damit sie nicht ins Pflegeheim müssen. Das Projekt in Gera ist Teil der Smart City. Ein ähnliches Angebot gibt es in Sangerhausen im Südharz. Und in der ostfriesischen Gemeinde Bunde stattete das Unternehmen 50 Wohnungen in einem Alten- und Pflegeheim mit Bewegungsmeldern und Fenstersensoren aus. Ein GPS-Tracker hilft dabei, demente Bewohnerinnen oder Bewohner zu finden, die sich verlaufen haben.

Verschiedene elektronische Geräte liegen auf einem Tisch, in der Mitte steht ein Tablet.
Zum BeHome-Assistenzsystem gehören viele digitale Alltagshelfer, die das altersgerechte Wohnen erleichtern. © Better@Home

„Seniorenfreundlich.Digital.Erfolgreich“

Die Better@Home Service GmbH ist auch mit Pflege- und Krankenkassen sowie mit Kommunen und Landkreisen im Gespräch. „In manchen Dörfern im Mansfeld-Südharz-Kreis leben mittlerweile mehr hochbetagte als jüngere Menschen. Die Jüngeren sind fast alle weggezogen. Wir zeigen vor Ort, was mit BeHome alles möglich ist“, sagt Professor Elmer. Dazu gehört auch die Teilnahme an einem hybriden Seniorennachmittag. Das beugt der Einsamkeit im Alter vor. Mitte Februar 2022 wurde die altersgerechte Lösung von BeHome beim Unternehmenswettbewerb „Seniorenfreundlich.Digital.Erfolgreich“ des DigitalPakt Alter ausgezeichnet. Die Jury hob besonders hervor, dass die individuellen Bedürfnisse der Anwenderinnen und Anwender berücksichtigt werden. 

 

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