Coworking in der hessischen Steuerverwaltung - Digitales Bürgernetz

Heimatnah arbeiten, weniger pendeln: Coworking in der Verwaltung

#Arbeit 10. Februar 2022

Das erste Hessen-Büro in Limburg, © Hessisches Finanzministerium

Wie heimatnahes Coworking in der Verwaltung aussehen kann, zeigt Fürth im Odenwald: In der 10.000-Einwohner-Gemeinde wurde im Frühjahr 2021 im frisch sanierten Finanzamt ein sogenanntes Hessen-Büro eröffnet. Neben den 20 Fürther Beschäftigten ist seither Platz für bis zu 45 Kolleginnen und Kollegen aus der Steuerverwaltung, die sonst aus der Region nach Frankfurt, Bad Homburg oder Bensheim pendeln. An zwei Tagen in der Woche können sie sich diesen Weg nun sparen.

Wichtig für den ländlichen Raum

Das Hessen-Büro mit 15 vollausgestatteten Schreibtischen, die von wechselnden Personen genutzt werden, soll moderne, flexible Arbeitsmöglichkeiten eröffnen, hieß es bei der digitalen Einweihungsfeier. Es soll aber kein Ersatz für Homeoffice und Telearbeit sein. Die hessische Steuerverwaltung will damit ein Zeichen setzen, dass Menschen auf dem Land gute, sichere Arbeitsplätze und Karrierechancen vor der eigenen Haustür haben. „Der Erhalt und der Ausbau von Arbeitsplätzen und die Schaffung von wohnortnahen Coworking-Spaces sind richtungsweisend und ein wichtiges Signal für unsere ländliche Region“, betonte auch der Bürgermeister der Gemeinde Fürth, Volker Oehlenschläger. Das erste Hessen-Büro wurde bereits 2018 in Limburg (Landkreis Limburg-Weilburg) eröffnet. Nach Fürth (Kreis Bergstraße) sind jetzt weitere Standorte in Fulda und Gießen/Wetzlar geplant.

„Der Erhalt und der Ausbau von Arbeitsplätzen und die Schaffung von wohnortnahen Coworking-Spaces sind richtungsweisend und ein wichtiges Signal für unsere ländliche Region.“

Volker Oehlenschläger

Heimatnahes Arbeiten dank Digitalisierung

Die Arbeit zu den Menschen bringen, in ihre Heimat, auch im ländlichen Raum: Das ist einer der zentralen Gedanken hinter der Strukturreform der Hessischen Steuerverwaltung. Am Ende von insgesamt vier Reformrunden sollen so mindestens 1.200 Arbeitsplätze aufs Land verlagert werden. Die Hessen-Büros sind nur ein Baustein dabei. Vor allem geht es darum, Aufgaben in Finanzämtern in der Fläche zu bündeln. So sollen künftig beispielsweise die Steuererklärungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ganz im ländlichen Raum bearbeitet werden; insgesamt elf Finanzämter abseits der Ballungsräume profitieren davon, weil allein durch diesen Schritt dort rund 300 Arbeitsplätze entstehen. Die Bearbeitung der Steuererklärung ist durch volldigitalisierte Abläufe ortsungebunden möglich, der Bürgerservice ist weiterhin telefonisch und online über das digitale Finanzamt erreichbar.

Außenansicht des Finanzamts in Fürth im Odenwald.
Das Finanzamt in Fürth wurde rundum saniert. 2021 hielt dort auch das Hessen-Büro Einzug. © Hessisches Finanzministerium

Teil der Offensive „Land hat Zukunft“

„Die Verlagerung von Arbeitsplätzen in den ländlichen Raum klappt bisher hervorragend, denn viele unserer Kolleginnen und Kollegen wollen heimatnäher arbeiten“, fasste Hessens Finanzminister Michael Boddenberg im Dezember 2021 zusammen. „Land hat in Hessen Zukunft. Die Steuerverwaltung trägt dazu mit vielen weiteren sicheren und modernen Arbeitsplätzen bei. Das ist gut für unsere Beschäftigten und ihre Familien, gut für die Umwelt und für viele Städte und Gemeinden in allen Teilen Hessens“, so Boddenberg weiter. Die Strukturreform der Steuerverwaltung ist Teil der Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ der Hessischen Landesregierung, die damit einen Schwerpunkt auf die Förderung ländlicher Regionen legt.

Ähnliche Wege: Bayern und Schleswig-Holstein

Hessen steht übrigens nicht allein da: Bayern stärkt mit den Coworking-Space-ähnlichen „Behördensatelliten“ ebenfalls das ortsunabhängige und flexible Arbeiten in der Verwaltung. An fünf Standorten sollen Bedienstete aus allen Geschäftsbereichen, Verwaltungs- und Hierarchieebenen künftig tageweise einen zeitgemäß ausgestatteten Arbeitsplatz beziehen können. Angesprochen sind Pendlerinnen und Pendler mit mehr als 50 Kilometern Anfahrtsstrecke bis zu ihrem Dienstsitz. Als erster Standort wurde ein Behördensatellit in Altötting (Oberbayern) eingeweiht, Aichach (Schwaben), Bad Aibling, Landsberg am Lech (beide Oberbayern) und Schwandorf (Oberpfalz) sollen folgen. Zuletzt hatte die Landesregierung Schleswig-Holstein Verwaltungsangestellten erlaubt, zeitweise in ausgewählten Coworking-Spaces zu arbeiten.

Hier erfahren Sie mehr über die Initiative Arbeit zu den Menschen und die Strukturreform der Hessischen Steuerverwaltung


Hier erfahren Sie mehr über die Behördensatelliten des Freistaats Bayern.

Artikel Teilen