Nachhaltiger Personenverkehr – Chancen durch Digitalisierung

#Digital Leben 26. Mai 2021

Mobilität und Erreichbarkeit sind zentrale Voraussetzungen für Teilhabe, wirtschaftlichen Austausch, Beschäftigung und Wohlstand in unserer Gesellschaft. Gleichzeitig ist das derzeitige Verkehrssystem jedoch durch starke Umweltbelastungen gekennzeichnet. Der Verkehr – genauer die ⁠Verkehrsleistung⁠ – hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich erhöht: Seit 1960 hat sich der Güterverkehr mehr als verdreifacht, der Personenverkehr sogar vervierfacht.

Inhaltsverzeichnis

Mobilität heute


Im Gegensatz zu früher sind die Fahrzeuge heute deutlich leiser und sauberer geworden. Jedoch verursacht der motorisierte Verkehr durch Ausstoßen von Klimagasen, Luftschadstoffe und Lärm viele negative Umweltwirkungen. Aktuell sorgt der Verkehr für rund ein Fünftel der Gesamt-Treibhausgasemissionen in Deutschland. 

Mobilität der Zukunft


Es wird viel um nachhaltige Mobilität bzw. „Green Driving“ diskutiert. Dies ist ein Verkehrskonzept, bei dem nur so viele Treibstoff verbraucht bzw. so viele Emissionen produziert werden, dass das Ökosystem trotzdem noch in der Lage ist, sich zu regenerieren. Außerdem verfolgt das Prinzip das Ziel, die Kapazitäten der Infrastruktur nicht zu überschreiten, wie z. B. den vorhandenen Platz auf den Straßen und im Parkraum.

Die Bundesregierung hat mit ihrem Klimaschutzgesetz (KSG) beschlossen, die jährlichen Treibhausgasemissionen im Verkehrsbereich von aktuell rund 160 Millionen Tonnen CO2⁠-Äquivalent auf 95 Tonnen im Jahr 2030 abzusenken und langfristig bis zum Jahr 2050 das Ziel der Treibhausgasneutralität zu verfolgen.

Viele Forscher auf der ganzen Welt stellen sich daher die Frage: Wie lässt sich aber die Mobilität von Personen und Gütern erhalten und sichern, ohne dass der Verkehr langfristig Mensch und Umwelt übermäßig belastet?

Carsharing – Dank teilen zu weniger Verkehr


In Zukunft müssen neue Mobilitätskonzepte geschafften werden und bereits bestehende Angebote müssen ausgebaut und verbessert werden.

Insbesondere in Großstädten wird das Konzept „Carsharing“ schon genutzt. Nutzer finden durch Apps Fahrgemeinschaften und können sich vernetzen, um sich Verkehrsmittel zu teilen. Dadurch werden viele Emissionen eingespart und es hat einen positiven Einfluss auf unsere Umwelt. Dieses Mobilitätskonzept ist auch für junge Erwachsene und Menschen ohne Führerschein attraktiv. So haben sie die Möglichkeit auch ohne ein eigens Auto, Ziele mit dem PKW zu erreichen.  Durch Apps, Smartphones und eine ausgebaute Glasfaserinfrastruktur lassen sich Fahrgemeinschaften einfach und schnell finden. In Zukunft werden nicht nur Großstädte von solchen Konzepten profitieren. Auch in kleineren Gemeinden oder auf dem Land wird es vermehrt die Möglichkeit geben „Carsharing“ zu betreiben und gleichzeitig was Gutes für die Umwelt zu tun. Ein weiterer nennenswerter Aspekt des Konzepts ist, dass es weniger blockierte Flächen durch Parkplätze gibt. Zukünftig wird nicht jeder Mensch ein eigenes Auto benötigen. Dieser gewonnene Platz kann dadurch für andere nachhaltige Innovationen genutzt werden. Zudem könnte das „Carsharing“ auf nationaler, europäischer oder internationaler Ebene genutzt werden. Eine Voraussetzung hierfür ist mitunter eine sehr gute digitale Infrastruktur, welche durch den Glasfaserausbau in Deutschland vorangetrieben wird. 

Autonomes Fahren – Von Science Fiction zu nachhaltiger Realität?


96 Prozent aller Fahrzeuge auf den Straßen fallen in die Kategorie privat genutzte PKWs. Private PKWs werden am Tag selten genutzt und stehen 95% der Zeit stillt. Die Etablierung von gemeinschaftlich genutzten ,,Roboter-Taxis“ könnte eine willkommene Alternative für Menschen sein, die sonst ein eigenes Auto finanzieren und versichern müssten. Autonome Autos können auf zwei Arten zu Reduktion von CO2- Emissionen beitragen.

  • Erstens, indem Haushalte, die bisher zwei Autos hatten, mit einem einzigen autonomen Fahrzeug auskommen, das mehrere Familienmitglieder selbstständig an einen Ort bringt und wieder abholt.
  • Zweitens, indem autonome Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden. Als ,,Roboter-Taxis“ können mehrere Personen an unterschiedlichen Abfahrtsorten aufgenommen und auf der Sprit-sparendsten Route an ihr Ziel gebracht werden.

Der Bedarf an rein privat genutzten Autos würde dadurch massiv zurückgehen. Zudem würde es durch autonomes fahren  durch eine  GPS-gesteuerte Parkplatzsuche zu Spriteinsparungen kommen. Leere Parklücken können durch ein smartes System direkt angesteuert werden. Unnötige Fahrten um den Block bis zum nächsten freien Platz könnten eingespart werden.

Wenn man diese Entwicklungen weiterdenkt, kommt man in ein Szenario, in dem ein Großteil der Fahrzeuge auf der Straße autonom fahren. Dann können sich Autos untereinander vernetzen und den Verkehrsfluss selbst regeln, sodass es keine Straßenampeln oder ein ständiges Beschleunigen und Bremsen gäbe. In all diesen Szenarien ist das autonome Fahren ein Mittel für weniger Autos auf den Straßen, sinkende CO2-Emissionen, geringerer Lärm und weniger Stau. Eine wichtige Voraussetzung ist eine ausgebaute digitale Infrastruktur und innovative Systeme, welche die Steuerung übernehmen. Nur mit zukunftsfähigen Gigabit-Leitungen lassen sich die größeren Datenmengen schnell transportieren.

Wie trägt E-Mobilität zur Nachhaltigkeit bei?



Oft wird beim Thema Nachhaltigkeit über Elektromobilität diskutiert. Anders als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor stoßen E-Autos und -Lkws keine Stickstoffoxide und CO2 aus. Der Strom, mit dem sie betrieben werden, wird bislang allerdings noch nicht komplett aus erneuerbaren Energien gewonnen, weshalb auch die Elektromobilität noch nicht klimaneutral funktioniert. In der Bilanz sind die meisten E-Fahrzeuge jedoch umweltschonender als vergleichbare Verbrenner. In Zukunft sollten daher diese Autos durch erneuerbare Energien angetrieben werden und klimaneutral werden.

Der Verkehr von morgen – Wie alle ihren Beitrag leisten


Um eine Senkung von Treibhausgasemissionen des Verkehrs zu erreichen und einen nachhaltigen Personenverkehr zu ermöglichen, müssen wir Anfangen alternative Konzepte zu nutzen. Es soll in Zukunft ein klimafreundlicher Verkehr in Deutschland stattfinden. Hierbei werden nachhaltige Verkehrssysteme genutzt, wie zum Beispiel das Konzept des „Carsharing“. So könnten nicht nur PKWs geteilt werden. Auch E-Bikes, Anhänger, Trecker und LKWs könnten per App vermittelt und geteilt werden. Ein solches Konzept könnte für Privatpersonen als auch für den wirtschaftlichen Verkehr genutzt  werden. Dadurch entsteht eine positive Verlagerung und Vermeidung von Verkehr, sowie die Steigerung der Effizienz aller Verkehrsträger. In Zukunft wird der Verkehr von alternativen Antrieben und dem Einsatz von treibhausarmen Kraftstoffen profitieren. So könnte es bald strombasierte Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien geben und Biokraftstoffe auf Basis von Rest- und Abfallstoffen. Unser Personennahverkehr wird nachhaltiger werden. Es wird in Zukunft viele neue Mobilitätskonzepte geben, welche uns die Möglichkeit geben Ziele nahezu ohne Emissionen zu erreichen. Gerade die Glasfaser-Technologie trägt nicht nur durch die Leistungsfähigkeit bei der Übertragung von Daten dazu bei. Schon jetzt ist ein FTTH-Anschluss der umweltfreundlichste Zugang zum Internet.

Wir können alle sehr gespannt sein, was eine digitale Infrastruktur durch ein Glasfasernetz uns im nachhaltigen Personenverkehr noch für Möglichkeiten bereit hält.

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